Verbot von WhatsApp und Co.

Seit ich im vorigen Jahrtausend mittels Siemens S25 und Palm Pilot die ersten Male richtig mobil, also von unterwegs, ins Internet gegangen bin, ist einiges passiert. Vor allem in den letzten 5 Jahren haben gĂŒnstige Pauschaltarife auf der einen und sogenannte Smartphones auf der anderen Seite dem “mobilen Internet” zu einer deutlichen Verbreitung verholfen – könnte man zu mindest meinen, wenn man Surfen mit Internet gleichsetzen wĂŒrde.

In Wahrheit besteht das Internet aber nicht nur daraus sich im World Wide Web zu bewegen (also zu Surfen), sondern auch aus E-Mail, FTP, Cloud-Diensten und vielem mehr. Und weil das so ist, vermeiden viele Mobilfunknetzbetreiber ihre Datenpakete mit dem Wort “Internet” zu bewerben. Hier bekommt man in der Regel “Datenflates” und “Surfpakete” und nur selten eine “Internetoption”.
Der Hintergrund sind EinschrÀnkungen, die in den Allgemeine GeschÀftsbedingungen nachzulesen sind. Dabei sind es vor allem drei Dinge, welche man nicht nutzen darf bzw. kann:

- Peer-to-Peer Dienste (Tauschbörsen)
- Voice over IP (VoIP, das telefonieren via Internet mittels SIP, Skype und Co.)
- Instant Messaging

Der erste Punkt kann dabei noch nachvollzogen werden, da durch Tauschbörsen massive Datenmengen generiert werden können, welche durch das Uploaden auch kein definiertes Ende der DatenĂŒbertragung besitzen. Da aber die meisten von uns grĂ¶ĂŸere Datenmengen ohnehin ĂŒber kabelgebundenes Messenger verboten!Internet saugen, wird dieser Punkt die wenigsten User stören. Aber: schon hier sollte man meiner Meinung nach nicht mehr von “Internet” sprechen – ein Dienst von vielen fĂ€llt damit nĂ€mlich weg.

Viel wichtiger und kaum durch technische EngpĂ€sse begrĂŒndbar sind meiner Meinung nach aber die Verbote von VoIP und Instant Messaging. Hiermit wird weniger die NetzkapazitĂ€t des Mobilfunkanbieters ĂŒbermĂ€ĂŸg belastet, sondern vielmehr (aus Sicht des Anbieters) sein GeschĂ€ftsmodel. Von daher ist es zwar nachvollziehbar, dass man im eigenen Netz keine Konkurenz fĂŒr Telefonie und SMS/MMS haben möchte, aber fĂŒr mich ein absolutes No-Go Ă€h. Tabu.

NatĂŒrlich darf es einen Netzbetreiber Ă€rgern, wenn er in Zukunft immer mehr zum reinen Datenschaufler degradiert wird – aber das ist nun einmal abzusehen. Auch im kabelgebundenen Internet gab es Bestrebungen neben dem reinen “Netzzugang” auch “Content” unter das Volk zu bringen. Aber solche Dienste (siehe AOL, das frĂŒhe T-Online usw.) sind Geschichte – und so wird es hoffentlich eher frĂŒher als spĂ€ter auch im Mobilfunk passieren.

Kein Mensch braucht den teuren und veralteten SMS-Dienst und immer mehr User setzen zudem auf Skype und Co. fĂŒr’s Telefonieren. Alle halbwegs modernen Mobiltelefone besitzen bereits von Haus aus diese Funktionen. Und was machen die Mobilfunkanbieter? Sie wollen diese vorhandenen Features verbieten und/oder blockieren (zwei Beispiele von vielen):

Zitat von telekom.de: Die Flatrate kann nicht fĂŒr BlackBerry, VoIP (Voice over IP), Instant Messaging und Peer-to-peer Verkehre genutzt werden.

Zitat von otelo.de: Die Nutzung mit einem Computer sowie VOIP, Peer to Peer u. Instant Messaging ist ausgeschlossen.

Und dabei wird nicht nur verbal gearbeitet, auch technisch setzt zumindest die Telekom auf Filter, die VoIP AktivitĂ€ten erkennen und blockieren können (sogar solche, die via VPN laufen). Und weil das so ist, kommen SIM-Karten von InternetbeschrĂ€nkern wie Congstar (Telekom) oder Otelo (Vodafone) nicht in mein Mobiltelefon – denn diese verbieten bereits den Einsatz so beliebter Dienste wie Google Talk, WhatsApp, Jabber und Co. (dass sie trotzdem funktionieren, sei dahingestellt – man verstĂ¶ĂŸt aber gegen die AGB, mit ggf. unbekannten Konsequenzen).

In den E-Netzen ist man da schon deutlich offener – Simyo (E-Plus) “behĂ€lt es sich vor” VoIP und Peer-to-Peer auszuschließen, Fonic (O2 Telefonica) verbietet nur Peer-to-Peer. Beide erwĂ€hnen allerdings an keiner Stelle ein Verbot von Instant Messaging!

Teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • email
  • del.icio.us
  • MisterWong.DE
  • Google Bookmarks
  • Digg
  • LinkArena
  • Print
Wenn dir das Gelesene zusagt gib mir doch bitte ein Plus: Danke!

Oder nutze einen dieser Dienste, um diesen Artikel weiter zu empfehlen:

Über Jens Rudolph

Ich bin Jens Rudolph, der Betreiber dieser Seite. Wenn du mehr ĂŒber mich wissen willst, was ich mir nicht vorstellen kann, verweise ich hiermit auf meine Vita.
Dieser Beitrag wurde unter Internet, IT, Mobilfunk abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Verbot von WhatsApp und Co.

  1. Pingback: AufwÀrmen mit Messi & Alves. Und mehr. | Was is hier eigentlich los?

  2. Pingback: Otelo Surfstick | Der Surfstick Vergleich - Surfsticks und Internetsticks im ÜberblickDer Surfstick Vergleich – Surfsticks und Internetsticks im Überblick

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>