Das wird ein patriotischer EuropĂ€er ja wohl noch sagen dĂŒrfen #nopegida

Fast eine kleine Ewigkeit habe ich hier nichts mehr gebloggt. Ich habe zwar das eine oder andere Mal einen Beitrag geschrieben – aber zur Veröffentlichung ist es nicht gekommen. Jetzt jedoch, wo sich einige meiner MitbĂŒrger derart bedroht in ihrer Lebensweise sehen, muss ich an dieser Stelle doch ein paar Zeilen los werden. Denn wenn in diesem Land etwas nicht richtig lĂ€uft, muss darĂŒber berichtet werden. Es herrscht ja schließlich Meinungsfreiheit!

Worum geht es? Offenbar leiden einige tausend Menschen unter Islamisierung, sehen sich bedroht von ihr. Und zwar so stark, dass man unter dem schönen Namen PEGIDA (Patriotische EuropĂ€er gegen die Islamisierung des Abendlandes) montĂ€gliche Demonstrationen in Dresden abhĂ€lt (nebenbei gesagt erinnert mich PEGIDA an Klowindo). Und da man als patriotische EuropĂ€er ja wohl noch sagen dĂŒrfen muss, was einem auf der Seele brennt ohne gleich in die rechte Ecke gestellt zu werden, marschiert man mit den rechten NPD-Überresten durch die Landeshauptstadt.

Ist ja auch nachvollziehbar – unter den 0,4 Prozent Muslimen in Sachsen sind sicher ganz viele Islamisten. Wenn wir nicht aufpassen wird unter FĂŒhrung von fĂŒnf oder sechs korantreuer Dönerbudenbesitzer im Alleingang die Übernahme des Abendlandes vollzogen – aus eingeweihten Kreisen wurde mir zugetragen, dass bereits im Kebap kein Schweinefleisch sei. Wenn das so weiter geht, darf der nĂ€chste Striezelmarkt womöglich nur mit Burka betreten werden, die Frauenkirche bekĂ€me Minarette und die Yenidze wĂŒrde wegen GotteslĂ€sterung gesprengt.

So oder Ă€hnlich mĂŒssen sich das die verqueren Hirne der Leute zusammenreimen, die da demonstrieren oder mit PEGIDA sympathisieren. Ob das so ist weiß man aber leider nicht genau, denn die Initiatoren der ZusammenkĂŒnfte haben Ihren AnhĂ€ngern sicherheitshalber mit auf den Weg gegeben Interviews abzulehnen und keine ErklĂ€rungen gegenĂŒber Medienvertretern abzugeben. Die drehen einem noch das Wort im Mund herum – dann klingt das womöglich nach extremistischer AuslĂ€nderhetze. Die beginnt meistens mit der Floskel “Ich bin ja kein Nazi, aber das muss ja mal gesagt werden…”

Üblicherweise folgt dann ein Spruch wie “FĂŒr Asylantenheime haben die Geld, aber es gibt auch deutsche Familien die es viel nötiger haben.” Da muss doch einer dran schuld sein – am besten der, der nicht da ist und dazu nicht Stellung beziehen kann: der AuslĂ€nder – und natĂŒrlich die da Oben, die den AuslĂ€ndern die Euros nur so zustecken. Das ĂŒberall auf der Welt Kriege wĂŒten und viele Familien aus nachvollziehbaren GrĂŒnden davor fliehen, wird großzĂŒgig ignoriert. “Die können ja gerne Ihre Kinder in Sicherheit bringen – aber doch bitte nicht in ein sowieso leerstehendes Haus in der Nachbarschaft.”

Ich weiß, dass dieser Beitrag an der allgemeinen Lage im Bundesland nichts Ă€ndert – ich habe ihn vielmehr geschrieben, um fĂŒr mich und meine Leser meine Position zu PEGIDA zu klĂ€ren. Von daher: Liebe Idioten, die sich Montags in Dresden unter den PEGIDA-AnhĂ€ngern herumtreiben oder mit ihnen sympathisieren – solltet ihr zu meinen Lesern zĂ€hlen, dann entfolgt mich bitte bei Twitter, Facebook, Google+. Danke!

Zum Ende sei ein verwandter Artikel im Dresdner Blechblog empfohlen: Pegida und deren Xenophobie.

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Über Jens Rudolph

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